Cambarellus shufeldtii, (Shufeldts) Louisiana-Zwergflusskrebs
Diese Krebse sind mit ihrer ca. 3 cm Länge ideale Aquarienbewohner.
Nachdem ich bei einem Bekannten Marmorkrebse erlebt hatte,
war ich von diesen Winzlingen sehr positiv überrascht.
Haltung
Das Becken sollte den Krebsen genügend Versteckmöglichkeiten bieten. Insbesondere die Eier tragenden Weibchen suchen enge Verstecke auf, aus denen sie dann nur noch mit dem Kopf hervorgucken.
Warum ein extra dafür mit Bohrlöchern versehendes Stück Holz fast gar nicht angenommen wurde, weiß ich jedoch bis heute nicht.
Sehr gut angenommen wurden jedoch auf 5 cm Länge gesägte Bambusrohre.
Ansonsten sind die Tiere aber eigentlich nicht sehr scheu. Selbst bei nur drei Krebsen im dicht bepflanzenten Becken, war so gut wie immer einer gerade beim Herumspazieren zu finden.
Die Tiere scheinen sehr robust zu sein und kurzzeitig wurden auch hohe Temperaturen, die im Sommer bis an die 30° gingen, in allen Wachstumsstadien vertragen.
Weibchen in einem Bambusrohr verspeist eine rote Mückenlarve.
Dieses Holzstück, dass ich extra mit vielen Bohrlöchern versehen hatte, wurde im Gegensatz zu den Bambusrohren fast gar nicht angenommen.
Ernährung
Als Futter wurde alles angenommen, was ich ihnen gab: Flockenfutter, Futtertabletten, Erbsen, sowie Mückenlarven (lebendig und als Tiefkühlkost - Mückenlarven zu erjagen ist kein Problem für sie).
Manchmal wurde auch eine Schnecke gefressen - meine Post- oder Turmdeckelschneckenpopulation ist jedoch nicht sichtbar zurückgegangen. Die jungen Apfelschnecken aus einem Gelege verschwanden jedoch spurlos.
Krebs isst Erbse.
Krebs isst Paprika.
Krebs isst Flockenfutter.
Krebs isst Schnecke.
Vermehrung
Das Verhältnis von Männchen zu Weibchen schwankt bei mir stark von 1:1 bis zu einem Weibchenüberschuss von ca. einem Männchen auf sieben Weibchen.
(Letztere Zahl wurde jedoch erst nach einer großen Fangaktion von mir festgestellt. Daher mag dieses durch unterschiedliches
Versteckverhalten oder meine Größenauswahl beim Fang beeinflusst worden sein.)
Die Männchen erkennt man an einem Paar "Begattungshaken" (Gonopoden), die sich an ihrer Unterseite hinter dem letzten Beinpaar finden (siehe Bild weiter unten).
Damit sollen sie das Weibchen wohl bei der Paarung zusätzlich festhalten (muss ich mal drauf achten, ob man das sehen kann).
Das Weibchen trägt dann je nach Alter und Größe ca. 15-40 Eier (wirklich gezählt) unter dem Hinterleib, die sie "befächert".
Die geschlüpften Jungen bleiben einige Tage noch am Hinterleib der Mutter, bis sie diese verlassen.
Die Männchen sind von unten leicht an ihren "Begattungshaken" (Gonopoden) zu erkennen.
(Im Bild rot umkreist. Das rechte Tier dagegen ist ein Weibchen.)
Paarung
Nochmal Paarung
Weibliches Tier mit Eiern
Die Weibchen tragen die geschlüpften Jungen noch eine Weile herum.
Junge Krebse
Vergesellschaftung
Vergesellschaft wurden die Zwergflusskrebse bei uns schon ohne Problem mit Schwertträgern, Antennenwelsen, Amanogarnelen,
Java-Kampffischen, Zebrabärblingen und Krallenfröschen.
(Nagut, die Java-Kampffische haben die jungen Krebse gefressen - aber für die Zucht empfiehlt es sich eh, die tragenden Weibchen herauszufangen.)
Bloß Zwerggarnelen wurden leider als Futter angesehen. Bei den Guppys und Endler-Guppys (2 Becken), die
beim Schlafen auf den Boden sinken, gab es über ein halbes Jahr keine Verluste irgendeiner Art, jedoch sah man manchmal Verletzung der Flossen und die Tiere schienen unruhiger als in anderen Becken.
Ob die Vergesellschaftung mit Schwertträgern so problemlos wegen deren Größe, wegen einer nicht so hohen Krebspopulation wie bei den Guppys oder aus anderen Gründen klappte, kann ich nicht sagen.
Java-Kampffische vergesellschaftet mit den Zwergflusskrebsen
Von den jungen Kampffischen haben die Krebse nicht einmal "genascht".
Apfelschnecken störten sich auch nicht an starken Krebsbesatz.
Die Krebse zwickten nicht in die Fühler, sondern nutzten die Schnecken höchstens als Taxi... ;-)
Diverses
Einmal habe ich ein sehr interessantes Verhalten in einem Becken mit hellem Sandboden von mehren Krebsen erlebt:
Die Tiere streuten sich immer wieder Sandkörner vom Boden auf ihren Rückenpanzer wärend sie über Boden wanderten und nach Nahrung suchten.
Sind diese "Sandhüte" Tarnung nach Oben gewesen?
Nach einer Häutung ist die Haut ein begehrtes Futterobjekt.
Verliert ein Krebs ein Bein oder in diesem Fall eine Schere, so wächst dieses mit der nächsten Häutung nach,
bleibt jedoch zuerst noch etwas kleiner (wie hier die vordere linke Schere).
Externe Links
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