(Foerschs) Kampffisch aus Mandor (Betta mandor)

Vorweg ein Hinweis zu den Farben meiner Betta mandor. Bei unterschiedlichem Licht und/oder Blitz sehen die Tiere auch sehr unterschiedlich aus, wie das nachfolgende animierte Bild zeigen soll, bei dem sich je ein Bild mit und ohne Blitz abwechseln. Da meine Kampffisch-Aquarien sehr verkrautet sind und eine dichte Schwimmpflanzendecke aufweisen, so dass schlechte Lichtverhältnisse herrschen, musste ich oft blitzen, so dass man sich die Tiere ein gutes Stück dunkler vorstellen sollte.

Vorsicht, die Farben werden durch den Blitz verfälscht.

Haltung

Ich halte zwei Männchen und zwei Weibchen zusammen in einem 60-Liter Becken.

Futter

Die Betta mandor sind bei mir die einzigen Fische, die mehr auf Flockenfutter als auf Mückenlarven stehen... Sie sind ohne Zweifel anspruchsvolle Fische - dies bezieht sich jedoch mehr auf die Wasserwerte als auf das Futter - zumindest bei mir.

Die Betta mandor sind leider sehr gierig und fressen so viel sie nur können - selbst Bodenfutter für Welse aus Weizenmehl, Spinat und Weidenholz... was bei einem Jungfisch zu jenem dicken Bauch auf dem obigen Bild führte und nun nur noch bei völliger Dunkelheit an die Welse verfüttert wird.

Fortpflanzung

Ist das Weibchen paarungbereit zeigt es oft die auch von anderen Kampffischen bekannte Querbänderung:

Finden sich Männchen und Weibchen, so macht insbesondere er eine gute Weile kurze, stoßartige Bewegungen vor und sofort wieder zurück. Auch schwimmt er oft einige Zeit mit aufgeblasenen Backen umher. Die meisten direkten Annäherungen gehen dann von ihr aus und sie biegt sich auch meist zu erst.

Ein Paar.

Die Paarung findet dann knapp unter der Wasseroberfläche statt, wo sich das Pärchen immer wieder annähert und umeinander biegt.

Das Paar knapp unter der Wasseroberfläche.

Und sie lassen sich dabei auch nicht stören durch Treiben vor der Scheibe.

Gelingt es dem Männchen schließlich, sich gut um seine Partnerin zu winden, so verfällt sie in Laichstarre und sinkt zum Teil nach unten ab. Ob Letzteres so gedacht ist oder ob sie ihm nur entgleitet, weiß ich nicht. Jedenfalls hat er Eier, die sie ausstösst, meist schon aufgenommen, bevor sie wieder aus der Starre kommt.

Nach einigen Versuchen gelingt es dem Männchen sich um das Weibchen zu winden. Das Weibchen stößt daraufhin in Laichstarre ein Ei aus, welches das Männchen aufnimmt.
(Eingestellt von mir bei YouTube.)

Sie stösst beim Absinken in Laichstarre ein Ei aus, welches das Männchen aufnimmt.

Sie stösst beim Absinken in Laichstarre zwei Eier aus. Das linke Ei hat das Männchen gerade mit dem Mund aufgenommen (daher die komische Mundhaltung) und das zweite Ei sinkt rechts noch herab.

Allerdings beteiligt sie sich auch am Eieraufsammeln und spuckt ihm diese Eier zu.

Hier sieht man das Weibchen dem Männchen Eier zuspucken.
(Eingestellt von mir bei YouTube.)

Bei jedem der mindestens ein Dutzend Durchgänge wurden 1-4 Eier aufgenommen und das ganze Geschehen dauerte mindestens viereinhalb Stunden (- ich hatte den Anfang nicht mitbekommen). Im Laufe der Paarung wurde der helle Rückenstrich des Weibchens immer stärker. Die also mindestens zwei Dutzend Eier trägt das Männchen darauf hin in seinem Maul umher.

Ungefähr Halbzeit, aber man sieht schon deutlich dickere Backen beim Männchen.

Papa mit Eiern im Maul.

Papa mit Eiern im Maul.

Frisch geschlüpfter junger Mandor unter der Schwimmpflanzendecke.
Wasserwerte betrugen bei Ablaichen und Ausspucken: pH 6, Leitfähigkeit 270 µS/cm und gH 3,5°dH.

Auch die Jungtiere sind sehr gefräßig und nehmen auch ohne Probleme Flockenfutter (- hier aber ein gut mit Artemia-Nauplien gefüllter Bauch).

Genau 6 Monate später hat dieser junge Mandor die ersten Enkel.

In den Morgenstunden oder wenn das Wasser ihnen nicht gefällt bzw. etwas anderes mit ihnen nicht stimmt, zeigen Foerschs Kampffische dies meist durch ein recht fleckiges Aussehen. (Dies ist eine Aufnahme in den Morgenstunden.)

Unwohl-Flecken am Schwanz.

Mittlerweile schon etwas älter, wirken die Tiere bulliger.

Na, wer ist hier wohl dominant...

Betta Mandor ruhend in einer Holzspalte.