Wir waren Samstag beim Vortrag
“Kann man Mathematik hören?
Codes, Geometrie und Zahlentheorie“
der Hannoverschen Vortragsreihe zum Jahr der Mathematik.
Vorweg: Der Vortrag war gut. Aber dass man wie im Kino eine halbe Stunde später kommen könnte und nur Werbung verpasst hätte, wird eine komische Unsitte. Insbesondere auf den Auftritt der Bürgermeisterin hätte ich gerne verzichtet, die ihre Rede mit den Worten anfing, dass sie die Einladung mit gemischten Gefühlen angenommen hätte, da Mathe in der Schule ihr Angstgegner gewesen sei, sie sich jedoch mit Müh’ und Not trotzdem durch’s Abi gerettet hätte, aber der bekannte Ausspruch von Einstein ihr Trost geben würde. (Und ein Ziel des Jahres der Mathematik war doch, den Zustand mal langsam zu beenden, dass man mit seinem mathematischen Unwissen kokettieren kann!) Naja, es wurde nicht besser und als sie meinte, dass man Mathematik ja brauchen könnte, um auszurechnen, ob die Siegesserie von Hannover 96 anhält, gab es kein Gelächter, da das Publikum vermutlich kurz nach all ihrem vorigen Gerede überlegen musste, ob sie das nun ernst meine oder es doch nur der Scherz zum Ende sein solle. Peinlicher gab sich vielleicht nur noch die Oldenburger Oberbürgermeistervertreterin bei Chomskys Besuch in Oldenburg, als sie ihn “Komski” nannte und die Uni “von Oscheffsky”.
43 Minuten später (der Dekan und der Uni-Präsident sprachen natürlich auch) konnte dann der eigentliche Vortrag beginnen. Es stellte sich heraus, dass es inhaltlich für uns nichts Neues gab, da es nur um fehlerkorrigierende Codes beim Auslesen einer CD ging. Die Definition eines fehlerkorrigierenden Codes sowie der Hamming-Code der Länge 8 und der Golay-Code wurden kurz vorgestellt. Bei dem Titel hatte ich etwas mehr erwartet, langweilig wurde es jedoch nicht, da Herr Kreck ein ganz hervorragender Redner ist, dessen Vortrag und auch seine spontanen Bemerkungen zu langsamen Tafeln und dem versagenden Laptop-Akku das Publikum begeisterten. Bis zu der 3-dimensionalen Mannigfaltigkeit (“ – lachen Sie nicht, das ist der Raum in dem wir leben!“) in den letzten 5 Minuten konnten ihm vermutlich/hoffentlich auch alle Nichtmathematiker folgen und seine Art, die Hoffnung der Mathematiker auf Strukturen, ihre Arbeitsweise und ihre Behandlung von Theorie und Praxis zu beschreiben, war sehr schön und unterhaltsam anzuhören.
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