Fünf Tage vor der Hochzeit saßen wir in Hude auf dem Bett und schauten einen Film – da lief plötzlich eine Maus mitten durchs Zimmer – “Guck mal! Was für eine niedliche Maus” rief ich. Lena war gar nicht so begeistert…
Also wurden am nächsten Tag Lebendmausefallen gekauft. Drei mit Klappe und eine mit zwei Reusen.
Aber was tut man in solche Fallen als Köder? Als Kind hatte ich (neben Gerbils und Ratten) auch mal weiße Mäuse. Bei denen war Käse nie so der große Hit. Bis auf wenige Ausnahmen haben die Mäuse Käse eher ignoriert, jedoch haben fast alle unserer Katzen Käse geliebt. Ich behauptete als Kind:
Es ist ein böses, von Katzen in die Welt gesetztes Gerücht, die Mäuse hätten die Löcher in den Käse gefressen, an dem in Wirklichkeit nur Katzen genascht haben.
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Früher haben wir meist irgendwelche Kuchenkrümel oder Nagetierfutter, wenn wir welches im Haus hatten, in die Lebendfallen gelegt. Ob die Mäuse das aber “gerochen” haben oder einfach nur so dann in die Fallen aus Neugier gelaufen sind, weiß ich nicht. Auf jedenfall hatten sie so etwas Nahrung in der Zeit, in der sie warten mussten, bis man sie am nächsten Morgen fand und zum Wald in einiger Entfernung brachte. Man hatte jedenfalls einen ganz guten Fangerfolg, wenn man die Lebendfallen direkt längs an die Wände stellte, wo die Mäuse langliefen.
Da die Hochzeit aber bald war und mindestens eine Tante panische Angst vor Mäusen hat, wurde recherchiert, um den Fangerflog zu optimieren: Erdnussbutter und Schokolade scheinen allgemein als Köder empfohlen zu werden!
Also wurden die Fallen mit Doppelkeksen (und Zwieback) befüllt:


Da diese Lebendfallen sehr viel kürzer als die mir bekannten Fallen waren, hatte ich einige Bedenken, ob sie nicht vielleicht die Mäuse am Schwanz verletzten würden. Dem war aber glücklicherweise nicht so.

Das Reusen-Prinzip funktionierte leider nicht. Das Futter verschwand aus der Falle – eine Maus war aber nicht mehr in der Falle. Vielleicht muss man diese Fallen alle 20 Minuten kontrollieren oder die Reusen noch enger zusammen biegen?
Jedenfalls führten die Fangversuche schon nach einem Tag zu dem Fang von drei Mäusen. Danach raschelten keine Mäuse mehr in den Wänden und es ließen sich bis jetzt keine weiteren fangen.

Zwei Mäuse auf den Weg in den Hasbruch.
Ein Einwand meiner Mutter zu der Tierfreundlichkeit von Lebendfallen: “Woher weißt du, dass die Maus keine Familie hat?”
So abwegig ist die Idee leider gar nicht. Vor einige Jahren hat einmal eine Rötelmaus sogar in einer unserer Lebendfallen (die wirklich nur über Nacht unbeobachtet stand) ihre Jungen bekommen (vielleicht ausgelöst durch den Stress?), Wir haben sie ihre Jungen in einem Käfig großziehen lassen und dann die gesamte Familie in einen nahen Wald gebracht.
Also ab jetzt bei allen gefangenen Mäusen auf die Zitzen schauen und sie dann gegebenfalls wieder freilassen, damit ihre Jungen nicht verhungern?