Nach dem ich gestern mal wieder echt lange irgendwelchen Leuten bei diesem und jenem geholfen habe, musste ich doch bei der heutigen Skype-Aktualisierung und den dabei vorgestellten neuen Features mir ihren neuen Dienst Skype Prime anschauen.
Bei diesem kann man sich als Anrufservice-Anbieter registrieren. Ist man das, kann man in einem anfangs kostlosen Gespräch eine Zahlungsaufforderung senden für den weiteren Verlauf des Gespräches, die der Anrufende annehmen oder ablehnen kann.
Ich habe es mir dann nicht wirklich lange angeschaut, aber finde doch, dass es gut wäre manchmal bei Pidgin für Tante oder Felix eine Mitteilung zu bekommen wie “Sie haben jetzt schon 24 Minuten der Zeit ihres Gesprächspartners in Anspruch genommen – nach Freundschaftstarif: 250 ml Häagen-Dazs“.
Dann würde ich sie nicht so oft nerven…
Ist alles nicht so ernst gemeint, aber ich merke, dass bestimmte Leute wohl immer viele Anfragen bekommen – Informatiker sind da eh sehr beliebt. Ich helfe ja gerne, aber wenn ich pro Tag einer Person eh schon immer gut eine halbe Stunde bei diesem und jenem helfe, dann darf sie doch Fragen zu ihrer Digitalkamera und ihrem Mobiltelefon auch mal auf andere Leute aufteilen… (und dabei habe ich nichtmal ein Mobiltelefon zumindest kein funktionierendes! – “Aber du kennst dich doch mit Technik allgemein so gut aus…”)
Aber wenn man nun mal nicht so viel Auswahl an Personen hat, denen man Fragen zu Faltungscodes oder bestimmten Python-Bibliotheken stellen kann?
Also vielen Dank an alle, denen ich selbst noch viel zu viel Häagen-Dazs für gute Ratschläge schulde…
Neben echten kurzen Wissensfragen und den Faulheitsfragen, die man einfach mit einem Google-Suchergebnis-Link beantworten kann, gibt es noch die “Ich brauche dafür Stunden vielleicht bekommt er es ja in ein paar Minuten hin”-Fragen. In bestimmten Fällen zum Beispiel bei Zeitnot oder wenn man wirklich nie wieder mit dem Thema zu tun hat, auch sicher sehr angebracht. In der Mehrzahl der Fälle würden die Leute aber gut daran tun, vorher noch ein bißchen mehr selber zu recherchieren und sich beizubringen, da sie es dann auch irgendwann selbst könnten.
So, jetzt aber genug das ewige Fragen kritisiert. Denn die Mathefragen von Personen wie Dörthe vermisse ich nämlich sehr! Durch ihre Fragen habe ich selbst immer unglaublich viel neues gelernt (habe ja auch häufig vorher viel erzählt bekommen müssen, um die Frage überhaupt verstehen zu können). Aber selbst bei grundlegenden Fragen, festigen sie ja das eigene Wissen – ich denke, ich habe am meisten im Studium durch die selbstgegebenen Tutorien gewonnen und das dabei immer wieder verfestigte Grundwissen.
Durch Fragen kommt man auch auf Themenbereiche, die man sonst nicht betrachtet hätte – und hat dabei gleich einen sehr motivierten Partner – den eigentlichen Fragensteller.
Und zuletzt: Wer Diplom-, Bachelorarbeiten oder Referate hat, die mich interessieren könnten und einen Korrekturleser braucht, immer her damit. Da sträuben sich plötzlich viele, weil sie einem nicht die Zeit rauben wollen. Dabei ist das meist sehr interessant – und sie haben es ja gut vorbereitet. Wenn ich dann Fragen hab, kann ich (im Gegensatz zu Artikeln, die man sonst liest) den Autor gleich selbst fragen und mit ihm diskutieren. Und am besten, man hilft dabei. Genauso geht es mir bei Bewerbungsschreiben – die sollten ja auch immer mal andere überfliegen – da lernt man ja auch für’s eigene gleich was mit…
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