Einfache Computer

Immer wieder hoffe ich, dass nach den vielen, viiiiiielen Jahren, die manche meiner Bekannten einen Computer besitzen, sie den Unterschied zwischen Links- und Rechtsklick mit der Maus begreifen (den Doppelklick habe ich schon lange aufgegeben…).

Interessant ist, dass die, welche vor Jahren für einige Zeit eine reine Textoberfläche hatten, damit besser zurechtgekommen sind.

Kornels-Welt im W3M

Kornels-Welt im W3M

Nein, ganz sicher will ich nicht dahin zurück. Und keiner meiner Verwandten benutzt den Computer noch im Textmodus. Aber warum waren wvdial, fetchmail, pine, lynx, w3m und die anderen Anwendungen anscheinend einfacher zu bedienen? Die meisten würden doch im ersten Moment das Gegenteil behaupten.

1) Für manche Leute scheinen mehrere Fenster nur Verwirrung zu schaffen. Einigen ist nicht mal wirklich klar, wo Fenster anfangen und wo sie aufhören. Wenn Programme minimiert oder verdeckt sind, werden sie neu gestartet. Leider reagieren auf dieses mehrfache unnötige Starten immer noch nicht alle Programme freundlich. Tauchen Dialoge mit Fehlermeldungen oder anderen Nachfragen auf, werden sie der gerade benutzten Anwendung zugeordnet, auch wenn sie von anderen Programmen stammen und erzeugen tiefste Verwirrung.

2) Nur was sichtbar ist, wird gefunden. Dass Kontextmenüs existieren, scheinen manche Leute immer wieder zu vergessen.

3) Drag and Drop ist der Teufel. Einen Klick mit der linken – NEIN, NICHT DER MITTLEREN, DER LINKEN – Maustaste vermag man noch beizubringen. Drag und Drop funktioniert jedoch wirklich nur, wenn man es nicht möchte. Entweder werden damit Menüs so umgestaltet, dass Programme nicht mehr gefunden werden oder die komischsten Fehlermeldungen tauchen auf, weil Programm X nicht weiß, was es mit dem über ihm fallen gelassenen Starter Y anfangen soll…

Ich wünsche mir für die besagten Leute eine Distribution, die bei Bedarf

  • nur eine Maustaste kennt,
  • die Konfiguration von Programmen von ihrer Anwendung trennt, damit nichts aus Versehen verstellt werden kann,
  • in der immer nur ein Programm zur Zeit maximiert dargestellt wird (ja, damit das wirklich Sinn gibt, müssten sich die Anwendungsprogramme mit ihreren Interaktionsmöglichkeiten darauf einstellen) und
  • die NUR die notwendigen Optionen zur Verfügung stellt (welche das sind, sollte konfigurierbar sein, aber z.B. bei Emails reicht für diese Leute meist Senden, Abrufen, Anhängen und Suchen).

(Aber nur für diese Leute – persönlich hätte ich gerne mindestens zwei Maustasten mehr – es ist schon gut, dass es viele Window-Manager und Anwendungen gibt. Für besagte Leute habe ich aber die passenden noch nicht gefunden…)

Bis dahin werde ich wohl noch lange weiter Nachhilfe im linke-und-rechte-Maustaste-Finden geben. :-/

Tags: ,

3 Antworten zu “Einfache Computer”

  1. Eisbärschwan sagt:
    Mozilla Firefox 2.0.0.5 Windows XP

    Ah, ich sehe, du hast mal wieder einen der berühmt-berüchtigten Anrufe bekommen, oder?

  2. Hauke sagt:
    Mozilla Firefox 2.0.0.4 Ubuntu Linux

    Hihi. Email-Programme können einen auch in den Wahnsinn treiben. Kann mir jemand mal erklären, warum Thunderbird sich ein zweites mal startet, wenn man auf einen Ordner versehentlich doppelklickt? Ein Feature, was mich selber nicht stört, sondern so manch Verwandten in den Wahnsinn treibt – denn Ordner werden ja “normalerweise” mit Doppelklick geöffnet – aber Ausnahmen bestätigen eben die Regel…
    Ist ein Feature eigentlich ein Wort, welches positive Eigenschaften hervorhebt, oder einfach nur Eigenschaften? Gibt es ein extra Wort für negative Eigenschaften?

  3. WordPress 2.2.1

    [...] ein Plugin, welches alle Fenster außer dem momentan aktiven abdunkelt – werde ich manchen meiner Verwandten, die Schwierigkeiten haben, Grenzen von Fenstern zu erkennen, vielleicht mal [...]

Eine Antwort hinterlassen